Kinderschlaf

Nur das Beste für Ihr Kind, gerade wenn es um den guten Schlaf geht
Ein vielbesprochenes, Bücher füllendes und heikles Thema: Der Schlaf des Kindes. Alle Eltern wünschen sich einen tiefen, erholsamen und gesunden Schlaf für Ihren Nachwuchs. Im Idealfall störungsfrei durch die ganze Nacht. Nur so können die Kleinen ihre Eindrücke verarbeiten, Kraft tanken und fit und ausgeruht in den nächsten aufregenden Tag starten. Die optimale und kindgerechte Schlafstätte, entscheidende Basis, um Ihrem Kind einen erholsamen Schlaf zu bescheren, ist unsere Aufgabe! Wenn Sie noch für die Gute-Nacht-Geschichte, ein Schlummerlied und viel Geborgenheit sorgen, dann steht einem tiefen, seligen Schlaf Ihres Lieblings nichts mehr im Wege… oder? Für alle Interessierten Eltern hier einige Informationen zum Thema Gesunder Schlaf bei Kindern.
Fakten rund um den Kinderschlaf
„Mama, warum muss ich immer schlafen?“ Kinder benötigen Schlaf nicht nur, um Erlebtes zu verarbeiten und zur Erholung des kleinen Körpers vom Toben, Spielen und Rennen, sondern auch für die geistige und körperliche Entwicklung. Forschungen ergaben beispielsweise, dass bei Kindern in den Tiefschlafphasen Wachstumsschübe auftreten. Im Schlaf werden besonders viele Wachstumshormone freigesetzt, die darüber hinaus auch für eine schnelle Wundheilung sorgen. Nachts regeneriert sich geschädigtes Gewebe also schneller als am Tag. Auch das Immunsystem arbeitet nachts auf Hochtouren und schüttet eine Menge stärkender Stoffe aus. Viel Schlaf bringt also gute Abwehrkräfte, zu wenig Schlaf macht empfänglicher für Krankheiten. Und noch ein weiterer Prozess ist nachts in vollem Gange, nämlich der Stoffwechsel. Angefallene Stoffwechselprodukte können abgebaut und aussortiert werden. Doch wie erwähnt sind es nicht nur die körperlichen Regenerationen, die im Schlaf stattfinden, sondern auch geistige. Erst die Abschirmung der äußeren Reize macht ein Einordnen und Aussortieren der Informationen des Tages möglich. Gelerntes wird jetzt besonders gut abgespeichert und Unnötiges „gelöscht“. Auch die Psyche kann nachts zur Ruhe kommen. Hieraus erklärt sich die Tatsache, dass Menschen, die einen gesunden Schlaf haben, deutlich weniger von Depressionen und Aggressionen heimgesucht werden. Zusammengefasst kann man sagen, dass der menschliche und vor allem kindliche Körper den Schlaf nicht nur nutzt, sondern dringend benötigt, um in aller Ruhe und ohne zusätzliche äußerliche Einflüsse den Organismus in Ordnung zu bringen, zu sortieren, aufzuräumen, zu stärken und neue Kräfte zu sammeln. Wie viel Schlaf braucht ein Kind? Kinder haben grundsätzlich einen deutlich höheren Schlafbedarf als Erwachsene. Im ersten Lebensjahr schläft ein Baby zwischen 15-20 Stunden. 2jährige zwischen 13-14 Stunden, mit 3 bis 4 Jahren etwa 12 Stunden (dann auch unter Umständen ohne Mittagschlaf) und ab dem 10. Lebensjahr benötigen Kinder rund 10 Stunden Schlaf. Diese Angaben sind Durchschnittswerte! Wenn Ihr Kind weniger oder mehr schläft ist das keinesfalls krankhaft oder unnormal, sondern es verhält sich wie bei den Erwachsenen: Ein gewisses Maß an Schlaf benötigt jeder, ob klein oder groß, der Rest ist variabel. Einer braucht mehr, der andere weniger Stunden, um ausgeruht und fit durch den Tag zu kommen.
Grundlagen für einen guten Schlaf
Ein solides Bett mit passender Matratze und gutem Bettzeug bildet bei Groß und Klein die Basis für gesunden Schlaf. Doch gerade bei Kindern trägt auch die Atmosphäre im Zimmer dazu bei, zur Ruhe zu kommen und in den Schlaf zu finden. Eine vertraute und nicht zu warme (16-18 Grad) Schlafumgebung, Ruhe und im Idealfall Dunkelheit (vielleicht mit einem Nachtlämpchen) der kuschelige Schlafanzug und das Lieblingsstofftier im Arm sind beste Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf. Wenn im Vorfeld noch einige Punkte beachtet werden, dann steht der ruhigen Nacht nichts mehr im Wege. Babys im Alter bis zu einem Jahr müssen Ihren regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus erst finden. Manche entwickeln ihr individuelles Schlafverhalten recht schnell, andere benötigen mehr Zeit dafür. Damit Ihr Baby sich gut einfinden kann, benötigt es in den ersten Lebensmonaten besondere Aufmerksamkeit, viel Liebe und Körperkontakt. Direktes Reagieren auf Bedürfnisse vermittelt dem kleinen Menschen Verlässlichkeit und die Sicherheit, dass seine Signale gehört, verstanden und befriedigt werden. Auch aus einer Regelmäßigkeit in ihrem Tagesablauf lernen sich die Kleinen zu orientieren und gewisse Abfolgen und Strukturen anzunehmen. Achten Sie auf Zeichen von Müdigkeit. Wenn die stärkste Müdigkeit verpasst wird, fällt das Einschlafen oft noch schwerer. Da Babys nicht bewusst einschlafen, sondern vom Schlaf überwältigt werden, muss das Kind auch wirklich müde sein, um in den Schlaf zu finden. Eine gewisse „Selbständigkeit“ im Alltag wie z.B. kurzes Alleine lassen des Babys, wenn es sich gerade mit etwas freudig beschäftigt, unterstützt das Selbstvertrauen, das es auch zum späteren, unbegleiteten Einschlafen braucht. Kleinkinder haben schon ein bestimmtes Maß an Selbstständigkeit, sind im Kindergarten, spielen mit anderen Kindern und bewegen sich frei auf Spielplätzen. Trotzdem benötigen Sie die Vertrautheit und Nähe, Schutz und Geborgenheit der Eltern. Dieses Vertrauen, etwas selber zu schaffen, gepaart mit der Sicherheit, dass auf Mama und Papa immer Verlass ist, schafft eine gute Grundlage für ein gesundes und natürliches Schlafverhalten. Oft verhält es sich abends ähnlich. Zum selbstständigen Einschlafen benötigen Kleinkinder vorher nochmal eine ordentliche Portion Kuscheleinheiten und die geliebte Vertrautheit von Mama und/oder Papa. Regelmäßige und gewohnte Abläufe und Einschlafrituale können helfen, dass sich die Kinder auf das Zubettgehen und die Nacht leichter einstellen können. Doch die Grundvoraussetzung, um gut in den Schlaf zu finden, ist Müdigkeit und die wird sehr gut erreicht durch viel Bewegung, am besten an der frischen Luft. Natürlich nicht kurz vor dem Ins-Bett-Gehen, denn Aktivität puscht erst einmal den Kreislauft hoch, was dem Einschlafen eher hinderlich ist. Also: Auspowern gerne, aber im gesunden zeitlichen Abstand zur Schlafenszeit. Denn ein körperlich und geistig ausgelastetes Kind ist zufrieden und müde und wird mit seinem Lieblings-Einschlafritual bald selig schlummern. Mit dem Beginn der Schulzeit ändert sich nicht selten das Schlafverhalten und die Wichtigkeit von ausreichend Schlaf rückt noch mehr ins Bewusstsein. Denn ein müdes Kind wird sich in der Schule weniger konzentrieren und entsprechend schlechter lernen können. Grundschulkinder müssen morgens zeitig aus dem Bett, da gibt es leider kein Pardon, umso wichtiger ist es, die Schlafenszeit entsprechend dem Schlafbedarf anzupassen. Die Schulzeit ist geprägt von Sitzen, Konzentrieren und Lernen. Kinder benötigen jedoch viel Bewegung und frische Luft. Ermuntern Sie Ihr Kind dazu, die Freizeit aktiv zu verbringen, das schafft einen Ausgleich und die beste Grundlage für gesunden Schlaf. Bei manchen Kindern kommen mit der abendlichen Stille auch Ängste und Probleme zum Vorschein, die noch besprochen werden wollen. Hier ist Geduld und Verständnis seitens der Eltern gefragt. Denn nur, wenn sich ein Kind seine Sorgen von der Seele reden kann und aufgefangen wird, kann es zur Ruhe kommen und zufrieden einschlafen.
Rituale – das Tor zum Schlaf
Bis das Kleinste in seinem Bettchen friedlich schlummert, ist es bei vielen Familien ein nervenaufreibender Kampf. In manch einem Kinderzimmer rattert Staubsauger oder Fön, die anderen fahren mit dem Nachwuchs im Auto ihre Runden, wieder andere tragen das Kind allabendlich bei Radiomusik in den Schlaf. Es gibt die kuriosesten Methoden, um die lieben Kleinen ins Land der Träume zu befördern. Nicht selten sind die Eltern danach erschöpfter und müder als das Kind selbst. Ein Familienritual wie z.B. das Gebet zu den Mahlzeiten, ein Begrüßungs- oder Abschiedsritual gibt Kindern in der unsteten und wandelnden Welt Sicherheit und Halt und bestätigt ihnen die feste Zusammengehörigkeit innerhalb des familiären Gefüges. Kinder erkennen ein Ritual als verlässliche Struktur, die Ihren Einschlafprozess begleitet. Schlafrituale stellen eine gute Möglichkeit dar, Signale zu setzen, den Tag ausklingen zu lassen und die Nacht einzuläuten. Gerade diese Übergangzeit am Abend ist oft geprägt von Nähe und Vertrautheit und wird von Eltern und Kindern gerne genutzt, um den Tag Revue passieren zu lassen, Ängste und Sorgen zu besprechen oder einfach für Kuscheleinheiten. Diese abendlichen Zeremonien verbreiten eine positive Stimmung und helfen, aufkommende Diskussionen vor dem Zu-Bett-gehen zu entspannen. Kinder nehmen die Nacht und den Schlaf als etwas Schönes und Wichtiges an, wenn sie die Zeitspanne davor beständig als angenehm erleben, keine Ängste haben und sich der Unterstützung und Hilfe durch die Eltern jederzeit sicher sind. So erleichtern Schlafrituale den Kindern, sich vom Tag zu verabschieden und die räumliche und seelische Trennung von den Eltern während des Schlafens besser zu meistern. Welche Rituale? Einschlafhilfen, die mit elterlicher Nähe und Zuwendung einhergehen stärken die Beziehung, das Kind wird die Aufmerksamkeit genießen und sich sicher und geborgen fühlen. Deshalb sind Rituale, die Eltern und Kind einbinden, denen, die Kinder alleine verrichten, wie z.B. Fernsehen oder Hörspiel, vorzuziehen. Für welches Ritual sich eine Familie entscheidet, ist sehr individuell. Die Bandbreite reicht vom Vorlesen aus einem Buch, gemeinsamen Singen, Beten oder Geschichten erzählen, TV-Konsum, Hörspiel oder Kuscheleinheiten. Oft werden bestimmte Handlungen von Generation zu Generation weitergegeben. Das kann kindgerechte Gebete betreffen, Schlaflieder oder auch erzählte Geschichten. In vielen Familien hat sich das Vorlesen aus Kinderbüchern als festes Ritual bewährt. Natürlich sind gruselige Geister- oder spannende Piratengeschichten toll, aber die aufgewühlte Phantasie begleitet viele Kinder dann noch ins Bett und lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Deshalb sind ruhige und reizarme Bücherinhalte meist die bessere Wahl. Auch hygienische Verrichtungen gehören oft zum abendlichen Ablauf. Waschen, Zähneputzen, der Gang zur Toilette oder das Kämmen der Haare vor dem Schlafen ist Bestandteil des Abendrituals. Hier geht es nicht nur um die Vermittlung von Sauberkeit und Körperhygiene sondern auch um die Einführung von Disziplin und Körperkontrolle. Das Ins-Bett-Bringen kann beispielsweise aus einem immer wiederkehrenden Rhythmus von bestimmten Handlungen bestehen, wie z.B. Vorlesen einer Geschichte, dann Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, ein abschließendes Schlaflied und zur Verabschiedung einen Gute-Nacht-Kuss. Dieses allabendliche Muster vermittelt Sicherheit, Verlässlichkeit und Disziplin, Werte, die Kinder annehmen und positiv prägen.
Schlafhygiene – was ist das?
Das Themengebiet der Schlafhygiene beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedingungen und Verhaltensweisen einen gesunden und erholsamen Schlaf ermöglichen oder begünstigen und welche Lebensgewohnheiten helfen, Schlafprobleme zu vermeiden und den Schlaf wieder zu normalisieren. Die Regeln der Schlafhygiene gelten für Kinder wie auch für Erwachsene. Eltern, die mit ihrem oder dem Schlaf ihrer Kinder keinerlei Probleme haben, werden unter Umständen noch nie etwas von Schlafhygiene gehört haben. Doch allen, die mit Schlafproblemen umgehen, ist der Begriff sicher bekannt. Manche werden schon den einen oder anderen Tipp ausprobiert haben, mit mehr oder weniger Erfolg. Tatsächlich ist eine gute Schlafhygiene kein Wundermittel gegen alle Schlafstörungen, dennoch ist sie die unverzichtbare Basis im Kampf gegen Schlafprobleme. Gerade bei Kindern bietet die Einhaltung der Schlafhygiene-Regeln eine optimale Grundlage, weil sie einen Rahmen schafft, den sie kennen, der Sicherheit und Ruhe vermittelt, ein optimales „Klima“ und ideale Voraussetzungen bietet, um gut in den Schlaf zu finden und erholt aufzuwachen. Das Wichtigste an den Regeln für die Schlafhygiene ist deren entschlossene Einhaltung und Kontinuität, denn nur dann können die positiven Auswirkungen zur Geltung kommen. Hier sind Sie als Eltern in der Pflicht, auch wenn evtl. der eine oder andere Punkt im ersten Moment nachteilig für Sie ist. Ein friedlich schlafendes und gut erholtes Kind wird Sie entschädigen. Schlafhygiene beinhaltet folgende Empfehlungen: Rahmenbedingungen der Schlafhygiene:
  • Gutes und stabiles Bett mit einer erstklassigen Matratze und hochwertigem Bettzeug
  • Ein schlaffördernd und gemütlich gestaltetes Schlafzimmer (Farbgebung, Interieur und deren Anordnung)
  • Kinderbett im elterlichen Schlafzimmer oder nicht weit entfernt
  • Dunkelheit im Schlafzimmer, mit kleinem Schlaflicht, wenn sich das Kind ängstigt
  • Gutes Raumklima, gelüftet und nicht zu warm
  • Ruhige Umgebung, laute Geräusche vermeiden
  • Keine elektrischen Geräte (z.B. TV oder PC) im Kinderzimmer
Verhaltensweisen zur Schlafhygiene:
  •  Ein beständiger Tagesablauf mit geregelten Bettzeiten – Einhalten der individuellen Schlafmenge
  • Ausgeglichene Ernährung, keine größere Mengen vor dem Schlafen, Kind soll auch nicht hungrig sei
  • Stressfreier Tagesabschluss, ruhiger Übergang zum Abend/Nacht
  • Spielen, Toben, Sport bis spätestens 2 Stunden vor dem Schlaf beenden
  • Schlafrituale mit viel körperlicher Nähe, Besprechen von Ängsten, vermitteln von Sicherheit
  • Drohungen vermeiden (Schlaf jetzt, sonst…)
Problemfall Schlaf – wenn der Kinderschlaf zur Belastung wird
Werden Eltern gefragt, welches Thema rund ums Kind am meisten zu schaffen macht, wird der Schlaf am häufigsten genannt. Ängste, Alpträume, Schlafwandeln, Nachtschreck, emotionale Belastungen, frühmorgendliches Aufwachen, Einsamkeit, Stress oder schlicht fehlende Müdigkeit sind nur einige Faktoren, die das Ein- oder Durchschlafen von Kindern behindern und einen erholsamen Schlaf von Klein und Groß beinahe unmöglich machen. Vorübergehende Schlafstörungen gehören bei Kindern bis ins jugendliche Alter einfach dazu und nicht jede durchwachte Nacht ist gleich als ernst zu nehmende Störung zu bewerten. Da Babys im Alter bis zu einem Jahr ihren Schlafrhythmus erst noch entwickeln, spricht man erst bei Kindern ab 2 Jahren von Schlafstörungen. Allerdings gelten die Eltern als Maßstab. Wenn die Schlafverhältnisse des Babys die Eltern belasten und der Alltag beeinträchtigt wird, sollte auch hier ärztlicher Rat eingeholt werden. Verhaltensabhängige Schlafstörungen oder: wie eine ungünstige Gewohnheit zum Problem werden kann Fehlende Grenzen, mangelnde Disziplin oder eine problematische Angewohnheit im Zusammenhang mit dem Ins-Bett-Gehen seitens der Eltern kann zu verhaltensabhängigen Schlafstörungen der Kinder führen. Sie nutzen die Inkonsequenz, um die Schlafenszeit hinauszuzögern beziehungsweise ganz zu vermeiden, bleiben im Bett aktiv wach, versuchen noch zu spielen oder ähnliches. Ist eine Einschlafhilfe wie im Auto herumgefahren oder von Mama in den Schlaf gestreichelt werden erst einmal zur Gewohnheit geworden, werden einige ihren vermeintlichen Anspruch daran lautstark einfordern. Hieraus können spätestens dann Einschlafprobleme entstehen, wenn das Auto nicht da ist oder die Eltern der Einschlafhilfen überdrüssig sind. Wenn Ihr Kind regelmäßig abends zu Einschlafschwierigkeiten neigt, sollten Sie auch die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass es schlicht noch nicht müde ist. Vielleicht ist Ihr persönlicher Wunsch an die Schlafenszeit nicht konform mit dem Schlafbedarf Ihres Kindes. Damit verbunden sind manchmal Ängste, die die Schlafsituation noch mehr verschlechtern. Verhalten sich die Eltern hier liebevoll aber beharrlich und achten auf eine konsequente Änderung der Schlafgewohnheit oder Umsetzung der Schlafhygiene, wie beispielsweise Einhaltung regelmäßiger Bettzeiten, Ruhe, Rituale mit liebevoller Zuwendung, so führt das in der Regel zu einer schnellen Besserung der Schlafstörungen. Mit den Kindern sollten Änderungen unbedingt vorher besprochen und klar definiert sein. Schlafbezogene Eltern-Kind-Konflikte In vielen Familien beginnt und endet der Tag mit Streit und Auseinandersetzungen. Sowohl beim Zubettgehen, als auch morgens beim Aufstehen können Konflikte zwischen Eltern und Kindern auftreten. Das führt dazu, dass das Thema Schlaf mit negativen Gefühlen und schlechten Erlebnissen besetzt ist. Hier kann es hilfreich sein, gemeinsam mit dem Kind einen Plan zu erarbeiten, wie und wodurch diese Konflikte gelöst werden können. Verständnis und Kompromissbereitschaft gibt dem Kind das Gefühl ernst genommen zu werden, im Gegensatz dazu kann vom Kind feste und zielbewusste Umsetzung gefordert werden. Von Monstern und anderen Schlafstörern Wer glaubt, das riesige Krokodil unter dem Bett oder das Monster im Schrank sei der bloße Versuch des Kindes das „schlafen-müssen“ noch etwas hinaus zu zögern liegt oft falsch. Kinder ab dem zweiten Lebensjahr sind zu außergewöhnlicher Vorstellungskraft fähig und der Übergang von Realität zur Phantasie ist fließend. Das grässliche Monster unter dem Bett, das Gespenst hinter dem Vorhang oder der schwarze Mann auf dem Schrank erscheint also real, was einem Kind natürlich mächtig Angst einjagen und das Einschlafen behindern kann. Hier sind die Eltern als Beschützer und Beistand enorm wichtig. Albträume, Schlafwandeln und der Nachtschreck Schlafstörer, die der Phantasie entspringen, wie Monster oder ähnliches können ein Kind nicht nur am Einschlafen hindern, sondern den kindlichen Schlaf ebenso in Form von Albträumen stören. Auch Inhalte aus Fernsehen oder Büchern, am Tag Erlebtes oder Unverstandenes kann in unschönen und bedrückenden Träumen verarbeitet werden. Schon alleine die Angst vor einem bösen Traum verselbständigt sich nicht selten zu einer Schlafstörung. Wer als Erwachsener schon schlecht geträumt hat, weiß, wie beängstigend und bedrückend das noch lange danach empfunden wird. Kindern geht es genauso. Sie sind oft sehr verschreckt, haben Angst und können sich noch sehr detailliert daran erinnern, was sie im Traum erlebt haben. Oft bleiben Albträume lange in Erinnerung mitsamt der Angst, erneut schlimmes zu träumen. Schlafwandeln ist normalerweise recht harmlos und die Kinder erinnern sich später nicht mehr daran. Zu beachten sind lediglich die Unfallgefahren, die während des Schlafwandelns lauern. Neigt Ihr Kind dazu, sollten Sie darauf achten, Türen und Fenster zu verschließen und Gefahrenquellen aus dem Weg zu räumen. Ansonsten können Sie versuchen, Ihr Kind während des Schlafwandelns wieder ins Bett zu lenken, jedoch sehr behutsam und vorsichtig, denn viele wehren sich oder reagieren aggressiv. Sehr häufiges Schlafwandeln sollte ärztlich abgeklärt werden. Eine sehr häufige Aufwachstörung ist der Nachtschreck. Für die Kinder ist er völlig unbedenklich, für die Eltern zeigt er ein dramatisches Bild und jagt oft einen riesen Schreck ein. Gerade noch friedlich schlafend, sitzt plötzlich schreiend und weinend ihr schweißgebadetes Kind im Bett. Alle Beruhigungsversuche scheitern oder machen es gar noch wilder. So plötzlich wie der Nachtschreck kam, geht er wieder, die Angst weicht und das Kind schläft schnell wieder ein. Am nächsten Tag wird sich das Kind an nichts mehr erinnern. Ängste, Schulstress und andere Sorgen Ängste können sich in den verschiedensten Bereichen negativ auf den Schlaf auswirken. Ein zum Bettnässen neigendes Kind kann sich so davor fürchten, dass es gar nicht einschlafen möchte. Albtraum Geplagte haben Angst, erneut schlecht zu träumen. Im Schulalter sind es weniger Monster, Hexen und Co., die zu Schlafschwierigkeiten führen, hier bedrücken eher Ängste vor der Dunkelheit und vor dem Alleinsein. Natürlich sind es auch Ängste und Sorgen in Verbindung mit Familie oder Freunden, wie beispielsweise ein Krankheitsfall, Streit mit Freund oder Freundin oder andere Belastungen innerhalb einer bestimmten Lebenslage, die dem Nachwuchs den Schlaf rauben können. Nicht zuletzt sind oft schon bei Grundschulkindern Sorgen und Probleme in Verbindung mit der Schule die Auslöser für Ein- oder Durchschlafprobleme. Hier können Ängste vor schulischem Versagen, schlechten Noten, Probleme mit Lehrern und Mitschülern sowie zu hohe Anforderungen oder Leistungsdruck seitens der Eltern eine große Belastung darstellen. Ein offenes Ohr für die schulischen Nöte und keine zu hohen Erwartungen sind hier äußerst wichtig. Unterstützen Sie Ihr Kind, trösten Sie es, wenn es mal eine schlechte Note gegeben hat. Nehmen Sie sich Zeit, seien Sie für Ihr Kind da. Außerdem ist es wichtig, dass das Kind genügend Ausgleich zum Schulstress hat. Freizeit, Spiel, Sport, Familie und stabile soziale Kontakte stellen ein festes Gerüst, das Halt gibt. Medienflut Die Nutzung von Fernsehen, PC und Mobiltelefone nimmt problematische Ausmaße an. Schon die Kleinsten sitzen regelmäßig vor der Flimmerkiste oder spielen an Konsolen und Handys. Aus dieser bedenklichen Entwicklung des Medienkonsums im Kindes- und Jugendalter sind Studien und Forschungen über deren Einfluss auf den Schlaf entstanden. Er zeigt deutlich: Und was am Tag nicht gut ist, verbietet sich am Abend und in der Nacht erst recht. Die blauen Lichtwellen von Monitoren verhindern eine ausreichende Ausschüttung eines Hormons, das für die Entstehung von Müdigkeit wichtig ist. Zusätzlich führt die geistige Anregung der Inhalte zu Schlafstörungen. Die Schlafdauer ist signifikant verringert, da sich die Einschlafzeit deutlich nach hinten verschiebt. Auch die Schlafqualität leidet, die Kinder wachen gehäuft auf oder neigen zu schlechten Träumen. Daraus resultiert wiederum eine Tagesmüdigkeit und mangelnde Lern- und Konzentrationsfähigkeit. Hier können einfache aber strikte Mittel Großes bewirken: Zur Schlafenszeit haben Fernseher, PC und Mobiltelefon im Schlafzimmer der Kinder nichts zu suchen. Schlafproblem der Eltern oder Schlafproblem des Kindes? So manch quietschfideler Nachwuchs stürmt tagein tagaus um halb sechs oder gar noch früher das Schlafzimmer der Eltern und erwartet heiteres Spiel und Ansprache oder Kuscheleinheiten mit Mama und Papa. Manche Eltern jedoch empfinden dieses frühmorgendliche Aufwachen störend und als Ursache für den persönlichen Schlafmangel. Wenn das Kind noch müde erscheint, sucht es Ihr Bett unter Umständen nur auf, um in Ihrer Nähe und mit dem Gefühl der Geborgenheit weiter zu schlafen. Dann nutzen Sie die Chance zu mehr Schlaf gemeinsam mit Ihrem Kind. Wenn es jedoch ausgeschlafen wirkt, sich unterhalten oder spielen möchte, dann scheint es seinen individuellen Schlafbedarf gedeckt zu haben und hat schlicht ausgeschlafen. Geht Ihr Kind vielleicht recht früh zu Bett und ist es dann auch müde genug? Oder braucht es einfach nicht so viel Schlaf? Betreiben Sie Ursachenforschung und variieren Sie etwas mit der Zeit, zu der Sie Ihr Kind ins Bett bringen.

Kommentar hinzufügen