Lattenroste und Matratzen – wo liegen ein Genuss ist…

Eine gute und individuell stimmige Matratze ist für wohltuenden Schlaf unverzichtbar. Mindestens genauso wichtig sind jedoch passende Lattenroste. Unterfederung und Matratze sollten im Idealfall aufeinander abgestimmt sein, sich ergänzen und das somit perfekte Duo für Ihren Schlaf bilden. Denn ein Lattenrost ist nicht einfach nur Unterlage, sondern erfüllt notwendige Funktionen im Bett.

Als Partner zur Matratze leistet der Lattenrost Körperunterstützung, die das Matratzenmaterial alleine nicht aufbringen kann. Zudem ist er zuständig für eine ausreichende Belüftung der Matratze und damit unerlässlich für ein gutes Schlafklima. Der Übersicht halber wollen wir uns den beiden Elementen – Unterfederung und Matratze – getrennt voneinander widmen. (Informationen zur richtigen Matratze finden Sie hier). Im Anschluss haben wir für Sie die wichtigsten Informationen rund ums Thema Unterfederung.

Ergonomie im Bett: Der Lattenrost

Wenn es um guten und gesunden Schlaf geht muss der Ergonomie im Bett, wo der Mensch ein Drittel seiner Lebenszeit verbringt, Aufmerksamkeit geschenkt werden. Präventiv gegen Rückenschmerzen und Wirbelsäulenprobleme, auch bestehende Schmerzen lindernd, kann ergonomisch richtiges Liegen einen großen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden leisten.

Matratze und Lattenrost sollten eine sich ergänzende Symbiose darstellen. Denn wo beide Elemente bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt sind, können sich alle guten Schlafeigenschaften vereinen.

Komplette Bettsysteme sind ein Beispiel für solch perfekte Kombinationen. Auch mit einzelner Matratze und Lattenrost kann ein Optimum geschaffen werden, dann sollte jedoch in jedem Fall Qualität der beiden Komponenten ebenbürtig sein. Denn nur wenn sich die Unterfederung fein genug auf Ihre Körperkonturen einstellt, kann die Qualität der Matratze voll zur Geltung kommen. Dennoch gilt auch bei Lattenrosten: wenn das Material Ermüdungserscheinungen zeigt, spätestens jedoch nach 10 bis 12 Jahren, gilt es etwas in seinen guten Schlaf zu investieren und die Unterfederung zu erneuern.

Lattenrostmodelle – von schlicht bis Hightech

Der Lattenrost von früher hat mit dem heutigen fast nur noch den Namen gemein, denn seit der Erfindung in den 1950er Jahren ist die technische Entwicklung ungebremst. Einst schlichte Bretter sind die modernen Hochleistungs-Unterfederungen von heute bis ins Detail durchdacht und werden jedem Wunsch gerecht.

Lattenroste werden unterteilt in ihrer Art (Federholz-, Teller-, oder Flügellattenroste) und in Ihrer Verstellbarkeit (von starr bis motorisch per Knopfdruck verstellbar).

Unterfederungsarten

Rollrost
Diese preisgünstige Variante besteht aus kaum federnden Holzlatten. Durch Bänder oder Kunststoffschnüre verbunden können sie, wie der Name sagt, zusammengerollt werden. Sie werden auf einen bestehenden Holzrahmen angebracht und können zwar für eine Belüftung der Matratze sorgen, stellen jedoch keine körperoptimierende Unterfederung dar.

Einfache Lattenroste/Federholzrahmen
Die meisten Lattenroste sind heute mit Federholzleisten ausgestattet, die in beweglichen Kappen gelagert sind. Federholzleisten werden aus mehreren Schichten Holz, meist Buchenholz, gefertigt und sie reagieren, wie der Name sagt, sehr federnd/elastisch und stoßdämpfend. Grundsätzlich gilt: je mehr Latten vorhanden sind, desto besser ist die Anpassungsfähigkeit und entsprechend höher der Liegekomfort.

Lamellenrost
Der Lamellenrost ist ein eigenes System, das aus dem Bereich der Naturbetten stammt. Zwei oder drei lange Quader, aus Kaltschaum oder Latex, sind mit Baumwolle bezogen, an der Halteschlaufen angebracht sind. Hier werden die Holzlamellen, die in der Regel aus flexiblem Eschenholz gefertigt sind, eingeschoben. Der Härtegrad kann durch Austausch der Lamellen oder verschieben der Quader verändert werden. Meist gehören die Lamellenroste zu einem kompletten Bettsystem, da hier sowohl der Bettrahmen (Einlegerahmen, seitliche Einbautiefe) als auch die Matratze passend aufeinander abstimmt sein müssen.

Modulrahmen

Tellerrahmen-Lattenroste (Modulrahmen)
Bei dieser neusten Lattenrost-Generation sind die Leisten durch dreidimensional bewegliche Module (Teller) ersetzt. Sie sorgen – kombiniert mit entsprechend hochwertigen Matratzen – für optimale Druckentlastung und punktgenaue Unterstützung. Auch hier gilt: je mehr Teller und je kleiner der Abstand zwischen diesen, desto hochwertiger der Rost. Selbstverständlich gibt es auch diese Lattenroste von feststehend bis zur Luxusklasse als motorisch verstellbare Version. Bei den Modulrahmen werden teilaufgelöste von den vollaufgelösten unterschieden. Bei den teilaufgelösten (oder auch Mehrzonenlattenroste) sind lediglich die Leisten im Schulter- und Beckenbereich durch Teller ersetzt während die vollaufgelösten komplett mit Modulen ausgestattet sind. Er bietet aufgrund dessen die höchste Punktelastizität.

Flügellattenrost
Vergleichbar den Tellerlattenrosten sind die Flügellattenroste gearbeitet. Hier sind die Teller beidseitig auf den glasfaserverstärkten Querholmen flügelähnlich angebracht. Diese Querholmen wiederum sind mit dem Rahmen ebenfalls über eine Federung verbunden. Diese neueste Generation der Lattenroste bietet also Stützkraft und Elastizität der Spitzenklasse.

Verstellbarkeit:

Lattenroste mit Kopf- und Fußverstellung
Wer gerne mit erhöhtem Oberkörper im Bett liegt, ist mit einem verstellbaren Kopfteil gut bedient. Meist ist diese Funktion auch mit einer Fußteilverstellung kombiniert, angenehm, schwere Beine zu entlasten. Gerade bei Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine gerade Liegeposition einnehmen dürfen, bieten sich diese Verstellmöglichkeiten an. Zu bedenken gilt es hier, dass diese in erster Linie für eine einmalige Grundeinstellung gedacht sind, denn kaum jemand steigt in ermüdetem Zustand aus dem Bett um die Liegeposition wieder zurückzustellen.

Mehrfach verstellbare Lattenroste
Nicht nur Kopf- und Fußteil lassen sich verstellen, sondern häufig lässt sich das Rückenteil in Sitzposition anheben, die Unterschenkel separat hochlagern oder sogar eine Schräglagerung über die ganze Matratzenlänge einstellen.

Motorisch verstellbare Lattenroste
Weniger Anstrengung und mehr Luxus bieten elektrisch verstellbare Lattenroste mit ein bis mehreren Motoren. Durch den integrierten elektrischen Motor, der per Fernbedienung bedient werden kann, sind je nach Modell bis zu 10 Bewegungsfunktionen möglich. Hier können Sie nach Herzenslust lesen, fernsehen oder eine bequeme Position einnehmen und in ermüdetem Zustand mühelos per Knopfdruck in Ihre bevorzugte Schlafeinstellung zurückkehren.

Knieknick
Sowohl einige manuellen, als auch viele motorisch verstellbaren Lattenroste besitzen inzwischen eine Knie-Knick-Einstellung. Sie sorgt für Entlastung der Lendenwirbelsäule und Entspannung der Bauchdecke und macht das Liegen noch angenehmer. Eine wahre Wohltat für Bandscheibengeplagte oder Menschen mit Ischialgien. Selbst in Seitenlage liegt die Wirbelsäule gerade und natürlich.

Ein Neuer muss her – was beachten?

Das Duo
Wie bereits erwähnt, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass Unterfederung und Matratze qualitativ gleichwertig und aufeinander abgestimmt sind und sich so optimal ergänzen. Komplettlösungen bilden hier eine Alternative zum Einzelkauf.

Auf Probe
Achten Sie darauf, dass Ihr neuer Lattenrost einen stabilen und sicheren Eindruck macht. Liegen Sie Probe und bewegen Sie sich dabei ruhig etwas heftiger hin und her. Es geht nicht nur um ein komfortables Liegegefühl, sondern es darf nichts wackeln, quietschen oder knarren. Für einen wirklich erholsamen Schlaf müssen Sie sich in Ihrem zukünftigen Bett sicher fühlen und dürfen nicht von Geräuschen gestört werden.

Qualität zahlt sich aus
Die Beschaffenheit der Einzelelemente spielt eine große Rolle, da sie über Qualität im Gesamten und Eignung als optimale Unterfederung entscheidet. Bei Lattenrosten ist es wichtig, dass die Federholzleisten aus Hartholz (z.B. Buche) gefertigt sind. Weiche Hölzer wie Birke eignen sich nur bedingt, da sie weniger stabil sind, schneller verschleißen und die nötige Stützkraft nicht aufbringen. Ebenfalls zu beachten sind die Kappen, in denen die Federholzleisten gelagert sind. Hier verwenden viele Hersteller einfachen Kunststoff, Plastik, welches jedoch gerne porös wird, bricht oder ausleiert. Hochwertiger sind Kappen aus Gummi/Kautschuk, sie sind wesentlich flexibler und haltbarer. Neueste High-Tech-Aufhängungen bestehen aus „Hytrel“. Einem dauerelastischen Kunststoffelement, das optimal federt.
Bei den Teller/Flügelrosten verhält es sich ähnlich. Wichtig sind hier die Drehpunktlager, auf denen die Teller fixiert sind. Dort wird das ganze Gewicht abgefangen wird, deshalb müssen sie optimal gearbeitet sein, um Geräuschbildung zu vermeiden. Fragen Sie nach Belastungstests.

Je mehr desto besser
Wenn Sie sich für einen Federholzlattenrost entscheiden, dann achten Sie auf die Anzahl der Federholzleisten. Hier gilt die Devise: besser viele schmale Leisten, als wenig breite. Mindestens 28 sollten es ohnehin sein. Im Idealfall beträgt die Leistenbreite nicht über 3 cm, damit die Körperpartien gut gestützt werden. Die Leisten sind bestenfalls in flexiblen Kautschukkappen eingebettet, welche wiederum außen, also auf den Längsholmen, beweglich gelagert sind. So bietet der Lattenrost über seine gesamte Breite eine Unterfederung. Gleiches gilt bei Tellerrahmenrosten. Je mehr Teller, desto besser ist die punktuelle Unterstützung. Die Teller sollten dreidimensional beweglich sein und tiefenelastisch nachgeben. Auch hier ist es wichtig, dass die Außenränder des Rahmens abgedeckt sind um eine komplette Unterstützung für die Matratze bereit zu stellen.

Weitere Punkte

Weniger ist mehr
Der optimale Abstand zwischen den Federholzlatten darf nicht mehr als 3 cm betragen, denn eine Matratze mit guter Punktelastizität wird bei großen Zwischenräumen hineingedrückt, was sie dauerhaft schädigt. Ebenso bei Tellerrahmenrosten. Je mehr Teller und geringer der Abstand zwischen Ihnen, desto besser die Unterfederung und Schonung der Matratze.

Zonen
Wer Wert auf mehr Schlafkomfort legt, sollte darauf achten, dass der zukünftige Lattenrost zumindest über eine Schulter- sowie eine Beckenzone verfügt. Gerade im Beckenbereich muss ein Großteil des Körpergewichts unterstützt werden und die Schulterzone ist wichtig für Seitenschläfer, damit eine ungünstige Lage der Wirbelsäule in dieser Schlafposition vermieden wird. Bei Lattenrosten beschreibt eine „Zone“ den Teil des Rosts, wo anstatt einer einzelnen Federholzleiste, zwei übereinander liegen, die sich durch einen Schieberegler miteinander koppeln lassen. Richtung Rahmen geschoben wird die Stützwirkung verstärkt, da beide Federholzleisten miteinander agieren, Richtung Mitte wirkt nur eine Leiste und die Stützkraft wird weicher. Bei Tellerlattenrosten bilden verschiedene Kunststoffteller die unterschiedlichen Härtegrade sowie die Materialbeschaffenheit der Drehpunktlager, auf denen die Teller fixiert sind. Auch hier sind Mehrzonenlattenroste im Handel.

Motorisierter und verstellbarer Komfort
Bei verstellbaren Lattenrosten darf nicht vergessen werden, dass nicht jede Matratze dafür gut geeignet ist. Latex- oder Kaltschaummatratzen reagieren punktelastisch und lassen sich durch den Lattenrost optimal formen. Federkernmatratzen sind etwas starrer und für verstellbare Roste weniger zu verwenden. Bei der Anschaffung eines motorisch verstellbaren Lattenrosts ist zu beachten, dass dieses Modell über eine Notabsenkung verfügt. Sie sorgt im Notfall batteriebetrieben dafür, dass sich das Bett bei einem Stromausfall in die horizontale Position absenken lässt. Wichtig für sensible Menschen ist außerdem eine Netzfreischaltung um Elektrosmog vorzubeugen.