Matratzenmaterial – Kaltschaum, Latex, Rosshaar, Federkern…

Wer sich zum ersten Mal oder nach langer Zeit einmal wieder eine neue Matratze kaufen möchte, ist sicher überrascht, welche Vielfalt an Matratzenmaterialien heutzutage bestehen.

Man hat die Wahl zwischen Schaumstoffmatratzen, Viskomatratzen, Latexmatratzen und Federkernmatratzen, doch auch die enthalten teilweise mehrere Materialien. Deshalb möchten wir Ihnen hier einen kleinen Überblick über die häufigsten Matratzenmaterialien geben.

Kaltschaum
Schaumstoffmatratzen, genauer gesagt Kaltschaummatratzen, bestehen aus einem hochreaktiven Polyurethan (chemisches Kürzel PU oder PUR). Das Erdölprodukt wird kalt mit Luft aufgeschäumt, seine Poren sind offen und relativ groß, so dass es atmungsaktiv und durchlässig für Feuchtigkeit ist.
Kaltschaummatratzen isolieren die Wärme gut und stützen den Körper dank ihrer ausgeprägten Punktelastizität hervorragend. Ihre Qualität bemisst sich nach dem so genannten Raumgewicht. Je höher das Raumgewicht pro Kubikmeter, desto elastischer ist das Material und desto langsamer ermüdet es.

Viscoelastischer Schaum
Ein Stoff aus der Weltraumforschung ist die Basis für Viskomatratzen. Viscoelastischer Schaum ist ein Matratzenmaterial auf Erdölbasis mit speziellen Eigenschaften: Er gibt sowohl auf Temperatur wie auch auf Druck nach und ist dank seiner besonderen Struktur aus kugeligen, offenporigen Zellen zäh-elastisch und in der Lage, besonders viel Druck zu absorbieren – das macht ihn nicht nur für Bettlägerige interessant als Matratzenmaterial. Bei Temperaturen unter 18° Celsius wird Viskoschaum fest.

Naturlatex (Kautschuk) und synthetischer Latex
Naturlatex oder Kautschuk wird aus dem eingedickten Milchsaft des brasilianischen Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) gewonnen, einem nachwachsenden Rohstoff. Der Kautschuk wird mit Hilfe von Schwefel, anderen Chemikalien und Luft aufgeschäumt und dann mit Hitze ausgehärtet, das so genannte Vulkanisieren.
Naturlatex-Matratzen bestehen meist nicht aus reinem Naturkautschuk, sondern aus einem Gemisch von bis zu einem Drittel Naturlatex und zwei Dritteln synthetischem Latex. Es gibt aber auch Matratzen aus 100 % Naturlatex.
Synthetischer Latex ist ein Erdölprodukt und wird im Prinzip wie Naturlatex vulkanisiert. Latexschaum (egal ob Natur-Latex oder Synthese-Latex) ist sehr gut flächen- und punktelastisch – optimale Voraussetzungen für ein angenehmes Liegegefühl. Zudem sind Latexmatratzen formbeständig und ausgezeichnet belüftet.

Rosshaar
Das Haar aus Mähne und Schweif von Pferden wird wegen seiner hohen Elastizität und Sprungkraft und seiner hervorragenden Klimaeigenschaften (es kann bis zu einem Viertel des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und ist gut luftdurchlässig) traditionell als hochwertige Matratzenfüllung eingesetzt. Die eigentlich glatten Haare werden gekräuselt und versponnen. Heutzutage findet man es z. B. gern als Polsterschicht in Federkernmatratzen eingearbeitet, wegen seiner Klimaeigenschaften wird das kostbare Material oft als kühlende Sommerseite von Matratzen eingesetzt.

Federkern
Spiralfedern aus Metalldraht bilden das nachgiebige Gerüst für Federkernmatratzen. Je nach Aufbau unterscheidet man zwischen Endlosfederkern, Bonnel-Federkern (taillierte Federn), Taschenfederkern (Federn einzeln in Säckchen eingenäht für höhere Punktelastizität) und Tonnentaschenfederkern (tonnenförmige Federn).
Auf den Metallfedern kann man natürlich nicht direkt liegen – deshalb sind die Federn mit groben und feineren Polstern abgedeckt, die z. B. aus Kokos- oder Rosshaarmatten, Baumwolle, Schafwolle, Seide und/oder Schaumstoff bestehen können.
Federkernmatratzen sind wegen der großen Hohlräume innerhalb der Federn sehr gut belüftet und ergeben ein relativ kühles Liegegefühl, da es einige Zeit dauert, bis sich die Luft im Inneren angewärmt hat.

Welches Matratzenmaterial Sie schlussendlich wählen, hängt zum einen von Ihren Vorlieben ab und zum anderen wie Sie darauf liegen.